GEOTECHNIK
Moers, Germany
kontakt@geotechnik.sbs
StartseiteLaborKorngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer)

Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Moers – Normgerechte Bestimmung der Bodenfraktionen

Der Labortisch mit Siebturm und Aräometerzylindern steht im klimatisierten Prüfraum – das ist der Ort, wo jede Bodenprobe aus dem Raum Moers ihre innere Struktur preisgibt. Eine kombinierte Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 beginnt mit der Trockensiebung über einen Stapel genormter Maschenweiten: 63 mm für Grobkies abwärts bis 0,063 mm als Grenze zum Feinkorn. Was durch das letzte Sieb fällt, wandert in den Schlämmzylinder. In Moers, wo quartäre Sande der Rheinterrassen auf tertiäre Feinsande und lokal eingeschaltete Auenlehme treffen, entscheidet diese Trennlinie zwischen Siebung und Hydrometerverfahren über die korrekte Klassifikation nach DIN 18196. Das Aräometer, eine Spezialspindel mit integrierter Thermometerfunktion, misst die zeitabhängige Dichte der Suspension – physikalisch präzise, ohne Interpretation. Unser Labor arbeitet mit regelmäßiger Ringversuch-Teilnahme, denn die Kornlinie ist die Basis für jede weitere bodenmechanische Bewertung, vom Verdichtungsverhalten bis zur Frostempfindlichkeit. Wir kombinieren die Sieblinie oft mit der Atterberg-Grenzen-Prüfung, um bindige Horizonte in Moers sicher zu identifizieren.

Die Kornlinie verrät mehr über das Setzungs- und Verdichtungsverhalten eines Bodens als jeder einzelne Kennwert – sie ist der Fingerabdruck der Sedimentationsgeschichte des Niederrheins.

Unser Ansatz

Mit knapp 104.000 Einwohnern und einer Geländehöhe von etwa 25 m ü. NHN liegt Moers auf einer geologischen Schwelle zwischen der linken Rheinebene und dem niederrheinischen Höhenzug. In unserer Erfahrung zeigen etwa 65 % der hier untersuchten Proben einen signifikanten Anteil an Fein- und Mittelsanden mit wechselnden Schluffbändern – ein Erbe der fluvialen Dynamik des Rheins und seiner Altarme. Die Korngrößenanalyse deckt hier zwei kritische Kenngrößen auf: den Ungleichförmigkeitsgrad Cu, der Auskunft über die Breite des Kornspektrums gibt, und den Krümmungsgrad Cc als Indikator für die Stufung. Bei schluffigem Sand mit Cu unter 6 und Cc außerhalb 1-3 liegt oft ein instabiles Korngerüst vor, das unter Verkehrslast zu Setzungen neigt. Für Baugruben in diesen Böden empfehlen wir ergänzend die Böschungsstabilität-Bewertung, denn selbst geringe Tonlinsen von nur 30 cm Mächtigkeit können die Standsicherheit gravierend verändern. Die hydraulische Leitfähigkeit, abgeschätzt aus der Kornverteilungskurve nach Hazen oder Beyer, liefert zudem den ersten Hinweis auf das Entwässerungsverhalten – ein Parameter, den wir bei Bedarf mit dem In-situ-Durchlässigkeitsversuch im offenen Bohrloch verifizieren. Das Zusammenspiel von Labor und Feld ist bei den heterogenen Moerser Böden entscheidend.
Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Moers – Normgerechte Bestimmung der Bodenfraktionen

Lokale Besonderheiten

Der häufigste Fehler, den wir in Moerser Bauvorhaben beobachten, ist die Beschränkung auf eine reine Siebanalyse ohne Schlämmversuch – unter der Annahme, der Boden sei ausreichend grobkörnig. In den Auenlehmbereichen nördlich der Moersbach-Niederung oder in der Nähe des Schwafheimer Bruchs stehen jedoch bereits ab 2 m Tiefe stark schluffige, teils tonige Lagen an, deren Feinkornanteil erst mit dem Hydrometer erfasst wird. Wird dieser Anteil ignoriert, leidet die gesamte Gründungsbemessung: Frostsicherheit, Konsolidierungssetzung und Drainageeigenschaften werden falsch eingeschätzt. Ein zu eng gestufter Sand mit einem d50 von 0,2 mm und einem Schluffanteil von 15 % verhält sich in der Rammsondierung völlig anders als ein gleichmäßiger Grobsand – nur die vollständige Kornverteilungskurve liefert den Nachweis. Wir kalibrieren jedes Aräometer vor Versuchsbeginn mit destilliertem Wasser und Dispergiermittel bei konstant 20 °C, denn Temperaturabweichungen von nur 2 °C verzerren die Messwerte um bis zu 4 % des Feinkorngehalts; eine Ungenauigkeit, die in Moers über die Zuordnung zu einer Bodengruppe nach DIN 18196 entscheiden kann.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Normativer Rahmen

DIN EN ISO 17892-4:2017-04 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18196:2011-05 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2:2010-10 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds

Weitere Fachleistungen

01

Klassifikationspaket nach DIN 18196

Kombination aus Kornverteilung und Atterberg-Grenzen zur eindeutigen Bestimmung der Bodengruppe. Unverzichtbar für die Wahl des Erdbauverfahrens und die Ausschreibung nach VOB/C.

02

Ergänzende Feldversuche

Abgleich der Laborkennwerte mit In-situ-Durchlässigkeitsversuchen und Rammsondierungen (DPH). Besonders in den heterogenen Terrassenschottern von Moers ist der Feldabgleich für die kf-Wert-Validierung essentiell. Mehr Info.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN EN ISO 17892-4:2017-04
VerfahrenKombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Siebsatz (Standard)0,063 – 63 mm (nach Bedarf bis 125 mm)
SchlämmverfahrenAräometer-Methode (Hydrometer, Typ B)
Bestimmte KennwerteCu (Ungleichförmigkeit), Cc (Krümmung), kf-Wert (Abschätzung)
Probenmenge MindestCa. 500 g bei Sand, ca. 200 g bei Ton/Schluff
Klassifikation nachDIN 18196 (Bodengruppen), DIN 18300 (Erdarbeiten)
BerichtsumfangKornverteilungskurve, Tabelle, Klassifikation, kf-Abschätzung

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Moers und Umgebung.

Größere Karte ansehen